Ein besonderes Kind

downBaby…glück, diese beiden Worte werden oft in einem Atemzug genannt. Doch für Fabien wandelt sich die Freude auf die zweite Tochter zunächst in ein großes Unglück.

In seiner autobiografischen Graphic Novel Dich hätte ich mir anders vorgestellt …, aus dem Französischen feinfühlig übersetzt von Annika Wisniewski, schildert Fabien Toulmé die Schwangerschaft seiner Frau. Der junge Vater wird von der Angst gepeinigt, dass seine Tochter den Gendefekt Trisomie 21 haben könnte. Doch alle Untersuchungen sind unauffällig, keiner der Ärzte entdeckt etwas Ungewöhnliches. Umso größer ist der Schock für Fabien, als seine Tochter nach der Geburt so merkwürdig aussieht und die Ärzte einen schweren Herzfehler feststellen. Seine Befürchtungen werden wahr.

Mit klarem Strich und monochrom unterschiedlich eingefärbten Kapiteln schildert Toulmé seine wechselnden Gefühlslagen. Auch ohne selbst Mutter zu sein, dafür aber als leidenschaftliche Tante, kann ich seine Befürchtungen, seine anfängliche Ablehnung, seine Enttäuschung, seine Zukunftsangst sehr gut nachvollziehen. Unsere Gesellschaft geht nicht gerade liebe- und rücksichtsvoll mit Menschen um, die nicht den angeblichen Normen entsprechen. Anderssein belastet nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Angehörigen, die ihr Leben neu regeln müssen und sich Unverständnis, ungerechtfertigten Schuldzuweisungen und Ablehnung gegenüber sehen.
Toulmé zeigt die ganze Bandbreite dessen, was Eltern von Down-Kindern erleben: unfähige Ärzte, gleichgültiges Pflegepersonal, den Marathon an Untersuchungen, die Herz-OP, die paramedizinische Betreuung. Das ist durchaus nicht leicht, doch die kleine Julia erobert mehr und mehr das Herz von Fabien. Auch merkt er durch Gespräche mit anderen Eltern von Down-Kindern, dass das Leben nicht zu Ende ist, sondern ihm da ein ganz besonderes Kind anvertraut wurde. Seine Liebe zu Julia wird offensichtlich, als die schwierige Herz-OP ansteht und er zusammen mit seiner Frau um dieses Kind bangt.

Diese Graphic Novel, die so schonungslos die Ängste von Eltern wiedergibt und die Schwächen des Medizinbetriebs aufzeigt, macht dabei so viel Mut und Hoffnung, dass einem das Herz aufgeht. Das Leben ist eben nicht bis ins Letzte planbar, was wir in unserer durchorganisierten Zeit oftmals vergessen. Aber trotz aller Wendungen ist es oftmals wunderschön, selbst mit einem zusätzlichen Gen.

Fabien Toulmé: Dich hatte ich mir anders vorgestellt … Übersetzung: Annika Wisniewski, avant-verlag, 2015, 248 Seiten, 24,95 Euro

Bilderbuch-Perlen

bilderbuch 1Ich bin noch eine ganze Reihe von Bilderbücher-Rezensionen schuldig. Nun habe ich endlich die Zeit gefunden.

Den Auftakt macht Der Mondfisch in der Waschanlage von Andrea Schomburg und Dorothee Mahnkopf. Hier trifft man auf sehr merkwürdige, aber real existierende Tiere wie Thermometerhuhn, Nacktmull oder Pistolenkrebs. Jeweils auf einer Doppelseite gibt es eine detaillierte Illustration, auf der es jede Menge zu entdecken gibt. Flankiert werden die Getiere von zwei Texten: einem Sachtext, der über die Natur der Portraitierten – also Art, Größe, Lebensraum und Besonderheiten – aufklärt. Dazu gesellt sich dann ein extrem geistreiches, rhythmisch gereimtes Gedicht, bei dem man entweder vor Lachen nicht mehr weiterlesen kann oder sich stante pede in die seltsamen Gesellen verliebt. Der Vorlesespaß ist garantiert.

Bilderbuch 2Der Titel Noch mal! vom Bilderbuch von Emily Gravett ist Programm. Wer kennt das nicht, wenn vorgelesen wird: Ein ums andere Mal muss die Geschichte wiederholt, das Bild noch mal angesehen, die App noch mal durchgespielt werden. So auch hier: Mama-Drache liest ihrem Sprössling die Geschichte von Drache Chlodwig vor, ein gereimtes Epos. Und das Drachen-Junges bekommt natürlich nicht genug davon. Also: Noch mal!
Mama-Drache, sichtlich erschöpft mit hängenden Ohren, liest – und variiert. Aber der Lütte ist nicht zu befriedigen … bis schließlich ein Loch im Buch prangt.

Diese kleine Geschichte macht auch menschlichen Vorlesejunkies eindrücklich klar, dass irgendwann mal Schluss sein muss – vermutlich allerdings erst nach zehnmaliger Lektüre von Emily Gravetts Noch mal!

bilderbuch 3Verzweiflung ganz anderer Art kann kleine Menschen überkommen, wenn es zum ersten Mal heißt: Hilfe, der Babysitter kommt. Anke Wagner und Anee-Kathrin Behl erzählen in ihrem Bilderbuch von Olli. Dessen Mama und Papa wollen am nächsten Abend endlich mal wieder ins Kino. Beide freuen sich bannig. Olli unterhält sich mit Stubs, seinem Kuschlemuschelfreund, darüber, dass in der Zeit, in der Mama und Papa nicht da sind der Babysitter kommt. Stubs ist entsetzt und kann nicht einschlafen: Vielleicht ist der Babysitter eine „Schminkedame“ oder ein „aufgeblasener Muskelmann“ … Die Vorstellung, was der Babysitter alles sein kann, könnte als ein modernes Gruselkabinett durchgehen – wären die Illustrationen nicht so reizend und charmant bunt. Die Auflösung am nächsten Abend ist dann natürlich eine völlig andere … aber die wird hier nicht verraten.
Für alle, deren Vorstellungskraft immer schon zehn Kilometer vorneweg galoppiert und irrationale Ängste schürt, ist dieses Büchlein eine hervorragende Vorbereitung und Beruhigung für neue Situationen im Leben.

bilderbuch 4Wenn man klein ist und noch nicht so viel darf und noch weniger kann, ist das Leben manchmal echt schwierig. Das merkt der Kleine. Er möchte gern Etwas ganz Großes machen. Im Bilderbuch von Silvie Neemann und Ingrid Godon entspinnt sich ein Gespräch zwischen Groß und Klein. Gemeinsam überlegen die beiden, was man Großes machen könnte. Doch nichts scheint dem Kleinen groß genug, nicht der Leuchturm, nicht die Reise. Ein Spaziergang am Strand schließlich bringt die Lösung.

In grün-blau-roten Kohlezeichnungen zeigen die französische Autorin und die Illustratorin, dass auch kleine Dinge ganz groß sein können. Eine philosophische Erkenntnis, die man nie früh genug erfahren kann.

lebenBei all dem sollte man auch immer bedenken: Das Leben kann so schön sein! Genau das beweist der  französische Comic-Zeichners und Illustrators Floc’h in seinem Bilderbuch.

Auf schlichten weißen Seiten lädt ein elegant gekleideter, irgendwie altersloser Herr die Leser ein, in das Buch zu springen. Ein kleines Mädchen mit Pagenschnitt und Rock folgt seiner Aufforderung, und gemeinsam erkunden sie das Leben. Die schönen Seiten des Leben. Ein kleiner Hase wird Begleiter des Mädchens, Jäger mit üblen Absichten müssen draußen bleiben. Losgelöst von Zeit und Raum zeigt der Mann dem Mädchen, was die Fantasie alles vermag. Sie träumen sich in ein Baumhaus, freuen sich an schönen Kleidern und schnellen Fortbewegungsmitteln, können sogar fliegen – bis zu den Pyramiden (das Bilderbuch kommt ohne Reime aus … 😉 ).

Es spielt keine Rolle, ob das möglich ist oder nicht. Die Fantasie ist so stark, dass allein die Vorstellung von etwas glücklich machen kann. Dass es tatsächlich hauptsächlich die kleinen Dinge des Lebens sind, die das Mädchen und den Mann glücklich machen, erfährt man fast nebenbei: Schaukeln, ein Tennis-Match, ein Spaziergang, der Regentanz, einer Gute-Nacht-Geschichte lauschen.

Im Ligne-claire-Stil und in merkwürdig-schönen altmodischen Bildern entführt Floc’h nicht nur das kleine Mädchen, sondern jeden Betrachter. Man braucht keine komplizierte Geschichte, um an die einfachen Dinge des Lebens erinnert zu werden, die Frage: „Was ist das schöne Leben?“ reicht völlig. Die Fortsetzung im tatsächlichen Leben wird jede_r Vorleser_in mit den Kindern erleben, denn die Bilder regen ungemein dazu an, darüber nachzudenken, was für einen selbst schön ist. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt …

wolfFantasievoll geht es auch in DEM Bilderbuch für alle kleinen Buchliebhaber weiter, das mich ganz frisch erreicht hat. Der Held: Der Wolf, der aus dem Buch fiel. Der Ort: das Kinderzimmer, ein höchst gefährlicher Ort. Die Handlung: Aus dem übervollen Regal fällt eines Tages ein Buch, und der Wolf plumpst heraus. Sollte man nun meinen, dass der Wolf froh ist,  von den Fesseln seiner Geschichte befreit zu sein, hat man sich gründlich getäuscht. Im Kinderzimmer lauern schreckliche Gefahren: die Katze! Die Dinos! Genervte Schafe! Es ist ein Graus. Verzweifelt versucht der Wolf, in seine Geschichte zurückzufinden. Doch entweder ist er nicht richtig gekleidet oder er kommt zu früh oder zu spät … Bis er im Wald ein weinendes rotgekleidetes Mädchen trifft … und alles gut wird.

Charmant spielen Illustrator Grégoire Mabire und Texter Thierry Robberecht mit dem Zustand eines übervollen Kinderzimmers, mit den Märchen und Geschichten, die man als junger Mensch bereits kennt. Der Wiedererkennungseffekt dürfte bei Buchliebhabern ziemlich groß sein. Und die Erkenntnis, dass auch Figuren aus Büchern eine Heimat und eine bestimmte Aufgabe haben, bietet Raum sowohl für ernsthafte Gespräche, als auch Fantastereien, wenn man den Wolf im eigenen Kinderzimmer durch seine Lieblingsbücher schickt …

Andrea: Schomburg: Der Mondfisch in der Waschanlage, Illustration: Dorothee Mahnkopf, Tulipan, 2015, 36 Seiten,  ab 4, 14,95 Euro

Emily Gravett: Noch mal! Übersetzung: Uwe-Michael Gutzschhahn, FISCHER Sauerländer, 2. Aufl.2015, 32 Seiten, ab 4, 14,99 Euro

Anke Wagner/Anne-Kathrin Behl: Hilfe, der Babysitter kommt! Inkl. HörFux MP3 Hörbuch zum Downloaden.  NordSüd Verlag, 2015, 32 Seiten, ab 4, 13,99 Euro

Sylvie Neeman/Ingrid Godon: Etwas ganz Großes, E-Book inklusive. Übersetzung: Anna Taube, mixtvision, 2015,  32 Seiten, ab 5, 14,90 Euro

Floch: Das Leben kann so schön sein! Übersetzung: Edmund Jacoby, Jacoby & Stuart, 2015,  64 Seiten, ab 4, 16,95 Euro

Gregoire Mabire/Thierry Robberecht: Der Wolf, der aus dem Buch fiel, Übersetzung: Ilse Rothfuss,  Ravensburger Buchverlag, 2015, 32 Seiten, ab 4, 12,99 Euro

Ansteckend

fieberVor ein paar Monaten gingen die Berichte über die Ebola-Epidemie in Westafrika fast täglich durch die Presse. Nun scheint das Übel bekämpft und Normalität – soweit man das von hier aus beurteilen kann – wieder eingezogen. Wir in Nordeuropa haben das Glück, dass hier schon lange keine wirklich verheerende Krankheit mehr ausgebrochen ist, die unzählige Tote gefordert hätte. Ich weiß, es ist ein heikles Terrain, denn auch hier gibt es Opfer von Masern oder Grippe, und jedes ist eines zuviel. Doch ich möchte den Blick auf richtige Epidemien richten, die es auch in unseren Breiten gegeben hat und die sich junge Menschen wahrscheinlich nur schwer vorstellen können.

Eine Ahnung, wie es gewesen sein könnte, als vor fast 100 Jahren die Spanische Grippe ausbrach, liefert der Roman Das Fieber von Makiia Lucier, feinfühlig ins Deutsche gebracht von Katharina Diestelmeier. Erzählt werden knapp zwei Monate im Leben der fast 17-jährigen Cleo. Sie lebt in einem Internat in Portland, Oregon, hat Vater und Mutter vor Jahren bei einem Kutschenunfall verloren und nur noch ihren Bruder Jack und dessen Frau Lucy. Es ist Herbst 1918, in Europa tobt noch der große Krieg und an der Ostküste breitet sich gerade die Spanische Grippe aus. In Portland, an der Westküste, glauben sich Cleo und ihre Familie in Sicherheit. So brechen Jack und Lucy in ihre Flitterwochen auf, Cleo soll die Herbstferien im Internat verbringen.

Die Grippe schert sich natürlich nicht um irgendwelche Küstenverläufe, und wenige Tage später werden die ersten Krankheitsfälle in der Stadt gemeldet. Das Internat muss schließen. Cleo macht sich allein zum Haus des Bruders auf, obwohl dort niemand ist. Als sie in der Zeitung einen Aufruf vom Roten Kreuz liest, das Freiwillige sucht, meldet sie sich, um zu helfen.
Der Kontrast könnte nicht größer sein. Aus dem behüteten, gut bürgerlichen Zuhause erlebt Cleo auf einmal die Welt von Krankheit, Siechtum und Tod. Sie holt erkrankte Kinder und Frauen aus ihren Wohnungen, hilft im Notkrankenhaus aus, das im örtlichen Theater eingerichtet wurde – und würde nach einem Tag am liebsten weglaufen. Doch die Krankenschwestern Kate und Hannah und der junge Medizinstudent Edmund, der schwer verwundet aus Europa zurückgekehrt ist, machen ihr Mut.

Lucier versteht es meisterhaft, den Leser in die Zeit vor 100 Jahren zurückzuversetzen, wo es nicht selbstverständlich war, dass Mädchen Auto fahren oder gar allein in einem Haus wohnen, wo es noch keine Impfung gegen die Grippe gab und die Waschmaschinen noch nicht selbsterklärend waren. Und mittendrin Cleo, die ihren eigenen Kopf hat und täglich neu ihre Ängste überwindet. Das ist für eine Coming-of-Age-Geschichte sicherlich ein ungewöhnliches Setting, mit dem man sich heute vielleicht nicht besonders gut identifizieren kann. Doch es ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie man in nicht alltäglichen Situationen über sich hinauswachsen kann, wie in schwierigen Zeiten Freundschaft und Liebe entstehen können, wie man auf eigenen Beinen stehen kann. Eingebettet in die historische Tatsache der Spanischen Grippe und kombiniert mit einer sich zart andeutenden Liebesgeschichte ist Makiia Lucier eine sehr fesselnde Geschichte gelungen.

Makiia Lucier: Das Fieber, Übersetzung: Katharina Diestelmeier, Carlsen/Königskinder, 2015, 368 Seiten,  ab 14, 17,99 Euro

Der Ernstfall

über uns stilleIm Oktober 1962 erreichte der Kalte Krieg seinen vermutlich bedrohlichsten Höhepunkt: die Kuba-Krise. 13 Tage lang schien ein Atomkrieg ganz nah. Der amerikanische Schriftsteller Morton Rhue war damals zwölf Jahre alt, und sein Vater hatte einen Bunker in den heimischen Garten bauen lassen. Welche Angst dahinter gesteckt haben muss, ist für uns heute kaum noch vorstellbar. Das Gefühl, wie es in so einem Bunker zugehen kann, eigentlich auch nicht – außer man bucht in Städten wie Hamburg oder Berlin so genannte Unterwelttouren, bei denen man solche baulichen Monster von innen besichtigen kann.

Wem diese Möglichkeit nicht zur Verfügung steht, kann jetzt im neuesten Roman von Morton Rhue in diese Welt aus Angst und Beklemmung eintauchen. In Über uns Stille spinnt er die Kuba-Krise weiter. Die Bomben sind abgeschossen und auf dem Weg in die USA. Scott wird des Nachts von seinem Vater aus dem Bett gerissen und in aller Hektik in den Bunker im Garten gejagt. Panik breitet sich aus. Nachbarn bedrängen die Familie, sie mit den Bunker zu nehmen. Doch der ist nur für vier Personen gebaut und ausgestattet. Beim Einsteigen rutscht Scotts Mutter von der Leiter und verletzt sich schwer am Kopf. Immer mehr Nachbarn drängen hinzu, Scotts Vater muss sich zur  Wehr setzten. Doch als er endlich die Luke schließen kann, sind sie zu zehnt im unterirdischen Sicherheitsraum. Und keiner weiß, wie lange sie dort unten ausharren müssen. Die Vorräte werden nicht lange reichen, als Toilette gibt es nur einen Eimer, die Belüftung muss mit Hand betrieben werden und auch die Wasserversorgung scheint nicht zu funktionieren. Die Stimmung ist angespannt, zumal Scotts Mutter immer noch bewusstlos ist.

Gegen diese Schilderung im Bunker setzt Rhue Kapitel, die von der Zeit vor dem Krieg erzählen. Vom Hass auf die Russen, von der anschwellenden Bedrohung, der unterschwelligen Angst, die sich auch auf die Kinder überträgt.

Rhue, der bekannt dafür ist, schonungslos über die Erlebnisse von Kindern und Jugendlichen in einer von Erwachsenen dominierten Welt zu berichten, wie in Die Welle oder in Asphalt Tribe (was Stefani Kampmann in einer ganz hervorragenden Graphic Novel adapiert hat), macht sich auch mit Über uns Stille wieder zum Anwalt der Kinder. Mit ihren Augen betrachtet er die Machtspiele der Politik, die Ressentiments der Erwachsenen und wirft dabei die fundamentale Frage auf, wie viel Solidarität und Hilfsbereitschaft ein Mensch aufbringen kann, wenn die eigene Existenz bedroht ist. Also, wie viele Menschen nimmt man in einem Bunker auf? Wo setzt man Grenzen? Wie viel Egoismus ist im Fall der Apokalypse überhaupt sinnvoll, wenn draußen alles verseucht ist?

Dies ist sicher kein unterhaltsamer Roman, aber dafür ein umso hellsichtiger und philosophischer, der den Leser zu einer Stellungnahmen zwingt. Und wenn man das Kräftemessen zwischen Israel und Iran momentan beobachtet, beschleicht einen das ungute Gefühl, dass Rhue trotz des 50 Jahre alten Themas den Nerv der Zeit getroffen und einen hochaktuellen Roman abgeliefert hat.

Morton Rhue: Über uns Stille, Übersetzung: Katarina Ganslandt, Ravensburger Buchverlag, 2012, 239 Seiten, ab 14, 14,99 Euro

Stefani Kampmann: Asphalt Tribe, Graphic Novel nach dem Roman von Morton Rhue, Ravensburger Buchverlag, 2011, 155 Seiten, ab 13, 16,95 Euro