[Jugendrezension] Im Drogensumpf

cecelia„Manchmal fängt man damit an, ein Leben zu leben, das man niemals erwartet hätte zu leben.“

Cecelia Price ist 17 Jahre alt und geht auf ein ganz normales College. Sie hat eigentlich keine Probleme, bis sie merkt, dass ihr älterer Bruder Cyrus, der immer ihr Vorbild war, drogenabhängig geworden ist. Da er immer mehr Drogen nimmt, will Cecelia ihm unbemerkt helfen, davon loszukommen. Sie rutscht dabei aber selbst immer weiter ab und dealt letztendlich auch mit Drogen, um ihrem Vater zu helfen, denn dieser hat massive Geldprobleme. Dann wird ein Notruf von Cecelia abgesetzt, indem sie sagt, dass ihr Bruder tot sei und sie schuld daran wäre. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse …

In dem Buch „Der tiefe Fall der Cecelia Price“ schreibt die Autorin Kelly Fiore abwechselnd zwischen Rückblenden und der Gegenwart.
Die Sprache ist sehr einfach gehalten, und ich dachte, ich würde mich ziemlich schnell einlesen. Daraus ist leider nichts geworden und zwar das ganze Buch über nicht. Bis zum Ende konnte ich mich nicht in die Personen hineinversetzen und konnte dem Geschehen nur schwer folgen. Deshalb hat mich dieses Buch leider nicht gefesselt, und ich habe es oft weggelegt, weil ich manche Stellen zu langatmig fand und sie sich sehr gezogen haben.
Für mich war es nicht das richtige Buch.

Laura (16)

Kelly Fiore: Der tiefe Fall der Cecelia Price, Übersetzung: Sonja Häußler, Coppenrath, 2015, 320 Seiten, ab 14, 14,95 Euro

[Jugendrezension] Rätselhafter Tod

sanneLiam und Louise werden aneinander gekettet in einem See gefunden. Sie sind tot und keiner kann sich erklären, was die beiden in den Tod getrieben hat, denn sie waren glücklich. Sie waren ein Paar und hatten immer viel Spaß zusammen gehabt. Jeppe, der beste Freund von Liam, war auch oft bei ihnen.
Alles war in Ordnung, bis Liam und Jeppe auf einen Drogendealer treffen. Ab nun verkaufen die beiden Drogen für ihn. Es läuft gut, doch plötzlich passiert Jeppe ein Fehler, und die Jugendlichen müssen handeln.
Denn ist nichts so, wie es war, und Liam und Louise müssen Entscheidungen treffen, die ihr Leben für immer verändern werden, denn sie sind auf der Flucht. Als sie schließlich tot im See gefunden werden, sind ihre Eltern ratlos. Niemand weiß, was passiert ist und so versuchen sie, Hinweise zu finden, um den Tod von Liam und Louise zu verstehen.

Das Buch Wir wollten nichts. Wir wollten alles von Sanne Munk Jensen und Glenn Ringived ist wirklich gut. Anfangs war es etwas seltsam, denn es ist aus der Sicht von Louise geschrieben, aber als ich mich reingelesen hatte, fand ich wirklich Gefallen daran.

Man erfährt auf der einen Seite, die Geschichte von Liam und Louise und auf der anderen Seite auch die der Familie, die sie vermisst und sich nach einer Erklärung für alles sehnt. Nach und nach löst sich so das Rätsel. Auf diese Lösung hat man das ganze über Buch gewartet, denn bereits im ersten Kapitel werden die zwei Leichen von Liam und Louise gefunden. Deswegen bleibt die Frage, warum sie tot im Wasser liegen, während der ganzen Lesezeit offen.

Insgesamt finde ich das Buch richtig toll und kann es nur weiterempfehlen.

Laura (15)

Sanne Munk Jensen/Glenn Ringtved: Wir wollten nichts. Wir wollten alles, Übersetzung:  Ulrich Sonnenberg, Oetinger, 2015, 336 Seiten, ab 16, 16,99 Euro

[Jugendrezension] Unzertrennlich

lilly„Ich liebe dich April. Ich liebe dich so sehr, dass ich in der Klinik einbrechen würde, um dich da rauszuholen und zurück nach Hause zu bringen.“

Phoebe und April aus dem Roman Was fehlt, wenn ich verschwunden bin von Lilly Lindner sind Geschwister und lieben sich, trotz kleiner Streitigkeiten, sehr.

Gegenseitig geben sie sich Halt, in einer Familie, die nicht mehr funktioniert, denn ihre Eltern sind maßlos überfordert. Deshalb reagieren sie in den meisten Situationen auch falsch. In den Momenten, in denen ihre Kinder Halt bräuchten, geben sie ihnen keinen. Als April in eine Klinik kommt, weil sie magersüchtig ist, fühlt sich Phoebe oft alleine, obwohl sie ihre guten Freundinnen hat.
Zu Hause ist nichts mehr, wie es vorher war. Das Mädchen wird nicht mehr von ihren Eltern verstanden. Ihr Vater arbeitet viel und ihre Mutter strickt nur noch. Phoebe will auf jeden Fall Kontakt mit April halten, deshalb schreibt sie oft Briefe an sie. Selbst wenn April nicht antwortet, schreibt sie trotzdem immer weiter. Sie erzählt von ihrem Leben zu Hause, von ihren Eltern und Freunden und von den schönen Erinnerungen mit April. Sie vermisst ihre große Schwester sehr und hofft, dass sie bald wieder zurück nach Hause kommt.

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin von Lilly Linder ist ein trauriges und herzzerreißendes Buch. Die Beziehung zwischen Phoebe und April ist so stark, dass sie unzertrennlich scheint.

Diesen Roman zu lesen war sehr schön, denn er zeigt, wie sehr sich Geschwister lieben können, wenn sie getrennt sind und nicht mehr den ganzen Tag beisammen sind. Gleichzeitig war das Buch nicht nur angenehm, sondern auch sehr traurig, denn es wurde auch von der schlimmen Krankheit Magersucht erzählt. Da Lilly Lindner einen ganz eigenen Schreibstil hat und das Buch nur in Briefen geschrieben ist, kann man es rasch in einem Zug durchlesen. Wegen all diesen guten Sachen kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen.

Laura (15)

Lilly Lindner: Was fehlt, wenn ich verschwunden bin, FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 2015, 400 Seiten, ab 14, 9,99 Euro

[Jugendrezension] Das Ende der Neuanfänge

friday„Wenn ich immer nur Anfänge hatte und meine Vergangenheit so perfekt war, dann würde die Zukunft niemals meine Erwartungen erfüllen.“

Das Leben der 17-jährigen Liliane Brown, Friday genannt, bestand bisher nur aus Neuanfängen, die sie mit ihrer Mutter Vivienne zusammen in Australien gemacht hat. Nach dem Tod ihrer Mutter wohnt Friday bei ihrem Großvater. Bei ihm ist sie gut aufgehoben, doch trotzdem fühlt sie sich nicht wohl und will weg. Sie will vergessen und wieder neu anfangen.

Durch einen Zufall kommt sie in eine Gang, die aus mehreren Straßenkindern in ihrem Alter besteht. Angeführt wird sie von der hübschen Arden. Alle fühlen sich bei Arden sicher, denn sie beschützt sie. Die Jugendlichen werden zu Fridays Freunden. Ihren einzigen Freunden. Zusammen wohnen sie in einem baufälligen Haus. Alles scheint in Ordnung, doch schnell merkt Friday, dass Arden alles bestimmt und die totale Kontrolle besitzt.
Als sie ihre Unterkunft verlassen und in eine Geisterstadt im australischen Outback fahren, passiert das Unfassbare: Einer aus der Gruppe wird tot aufgefunden. Als Friday herausfindet, wer ihn getötet hat, versucht sie mit den anderen alles, um aus der Geisterstadt hinaus zu kommen und zurück in die Stadt zu fahren. Es beginnt ein spannendes Abenteuer.

Das Buch Zeit zu gehen Friday Brown von Vikki Wakefield hat mir sehr gut gefallen. Anfangs war ich noch nicht ganz überzeugt und auch etwas skeptisch, doch nach und nach verschwanden meine Zweifel und waren schließlich komplett weg, denn die Geschichte entwickelte sich immer besser weiter. Zum Schluss war es sehr spannend und traurig zugleich, und die Geschichte war wirklich fantastisch. Somit kann ich das Buch nur weiterempfehlen.

Laura (15)

Vikki Wakefield: Zeit zu gehenFriday Brown, Übersetzung: Birgit Schmitz, FISCHER Sauerländer, 2014, 416 Seiten, ab 14, 14,99

[Jugendrezension] Wenn man hasst, verliert man sich selbst

lichtschattenRebecca und Hephzibah, die Heldinnen aus dem Roman In deinem Licht und Schatten von Louisa Reid, sind Zwillingsschwestern, doch sie sind vollkommen unterschiedlich. Hephzibah ist hübsch, beliebt und selbstbewusst. Rebecca hingegen ist hässlich und möchte sich am liebsten nur verstecken. Doch beide verbindet etwas: ihre Eltern.
Ihr Vater ist Pfarrer, ihre Mutter verbringt den ganzen Tag mit dem Hausputz. Es gibt keine strengeren Eltern als diese.
Rebecca und Hephzibah werden anfangs zu Hause von ihrer Mutter unterrichtet, und ihren Eltern wäre es am liebsten, wenn die Mädchen den ganzen Tag im Haus arbeiten würden. Ihr Vater, der Pfarrer, hat fast täglich Wutausbrüche und schlägt sie. Es gibt keine Liebe in diesem Haus, und die Zwillingsschwestern sind auf sich allein gestellt.
Rebecca hat das Treacher-Collins-Syndrom. Ihr Gesicht ist verformt, weil die Knochen nicht richtig gewachsen sind. Deshalb schlägt ihr Vater sie immer mehr als Hephzibah. Er beleidigt sie und nennt sie eine Missgeburt.
Auch als Hephzibah endlich – wie durch ein Wunder – erreicht, dass sie beide in die Schule gehen dürfen, wird Rebecca nur verachtend angeschaut. Meist versteckt sie sich hinter ihrer Schwester.
In der Schule merken die Schwestern, dass sie anders sind. Sie kennen kein Facebook, keine normale, lockere Sprache und auch das ganz normale Schulleben nicht. Doch Hephzibah findet schnell Freunde  und passt sich dem „normalen“ Leben an. Und sie verliebt sich in Craig.
Zu Hause geben die Mädchen sich gegenseitig Halt, auf eine andere Art und Weise. Schließlich haben sie beide den gleichen Wunsch: Sie wollen am liebsten weg, und ihr Wunsch nach Freiheit wird immer stärker.

In deinem Licht und Schatten von Louisa Reid ist ein wirklich faszinierendes Buch.
Das Buch ist abwechselnd aus Hephzibahs und Rebeccas Sicht geschrieben. So bekommt der Leser die Lage aus verschiedenen Perspektiven mit und  kann sich noch besser in die Figuren hineinversetzen. Louisa Reid hat einen guten Schreibstil, und ich wurde von diesem Buch regelrecht gefesselt.
Die ganze Zeit geht es für die Mädchen eigentlich immer weiter bergab und man hofft, dass sie es aus ihrer misslichen Lage schaffen und irgendwann frei sind. Man fühlt Rebeccas und Hephzibahs Verzweiflung und man würde sie am liebsten aus ihrem Elternhaus holen.
Die Geschichte ist sehr gut durchdacht und man kommt schnell in sie hinein. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen, denn es hat mich wirklich begeistert und in den Bann gezogen.

Laura (15)

Louisa Reid: In deinem Licht und Schatten, Übersetzung: Alexandra Ernst,  Fischer FJB,   2014, 320 Seiten, 16,99 Euro

[Jugendrezension] … wie in schlechten Zeiten

moll„Und ich würde dich auch lieben, wenn du hässlich wärst. Hässlich. Dümmlich. Von mir aus auch mausetot.“

In dem Buch Was ich dich träumen lasse von Franziska Moll geht es um Elena und Rico, die ein glückliches Paar sind. Sie wollen zusammen Abitur machen, doch dann passiert ein tragischer Unfall. Rico fällt ins Koma. Elena ist geschockt und will nicht mehr in die Schule gehen. Sie will die Schule zusammen mit Rico beenden. Als sie in Ricos Sachen sucht, findet sie eine „Top Ten Liste“, die Rico geschrieben hat. Wie der Name schon sagt, stehen dort zehn Dinge drauf, die er vor seinem Tod noch machen will. Elena fängt an, diese abzuarbeiten, und erzählt ihm jeden Tag von ihren neuen Erlebnissen. Ob Rico stirbt oder doch überlebt, erfahrt ihr am Ende des Buches.

Was wirklich besonders an diesem Buch ist, ist, dass die Sätze manchmal extrem kurz sind. Außerdem gibt es viele Absätze und so liest man dieses Buch auch sehr schnell durch.
Franziska Moll schreibt eben durch diese kurzen Sätze sehr interessant, und man liest meistens direkt noch mehr Kapitel, als man eigentlich lesen wollte.
Was ich teilweise etwas verwirrend fand, waren kurze Dialoge zwischen zwei Personen. Auch das Ende kam schließlich sehr schnell, und ich hätte es mir noch ein bisschen länger gewünscht. Doch im Endeffekt fand ich Was ich dich träumen lasse gut und für zwischendurch genau richtig.

Es ist auf jeden Fall lesenswert und sehr interessant.

Laura (14)

Franziska Moll: Was ich dich träumen lasse, Loewe Verlag, 2014,  256 Seiten, ab 14, 14,95 Euro

[Jugendrezension] Gewagte Klettertour

strobelFür zehn Jugendliche – im Roman Abgründig von Arno Strobel – verläuft ihr Aufenthalt im Bergcamp Grainau anders als gedacht. Das Bergcamp Grainau ist nicht weit von der Zugspitze entfernt. 60 Jugendliche nimmt es jedes Jahr im Mai auf, die dort das Klettern lernen wollen. Das Alter der Jugendlichen variiert. Die Hälfte der Kinder sind über 14, die anderen darunter.

Ralf, ein 17-jähriger Junge aus München, war schon oft mit seinen Eltern klettern. Als er die kleinen Kletterwände sieht, an denen geklettert wird, will er etwas Spannenderes erleben: Eine Bergtour zur Zugspitze und wieder zurück, ohne Betreuer. Er kann noch neun andere Jugendliche, die alle totale Anfänger im Klettern sind, überzeugen, auf seine Tour mitzukommen. So schleichen sie sich am nächsten Morgen früh aus dem Camp und machen sich auf den Weg zur Zugspitze. Doch sie haben kein Glück, und der Weg läuft anders als gedacht ab. Ein schweres Unwetter zieht auf, und sie müssen in einer kleinen Hütte Unterschlupf suchen. Die Jugendlichen können keine Hilfe holen und müssen warten, bis das Unwetter vorbei ist.
Am folgenden Tag ist einer von ihnen verschwunden, und keiner weiß, was passiert ist. Außer Blutflecken gibt es keine Hinweise, was geschehen ist.

Ich finde Abgründig wirklich gut. Arno Strobel schreibt so lebendig, dass ich dieses Buch förmlich verschlungen und an einem Tag durchgelesen habe. Schade, dass das Buch nur 240 Seiten hat. Vielleicht ist dadurch das Ende sehr kurz geraten. Das hätte ich mir persönlich etwas anders gewünscht. Trotzdem ist das Buch wirklich klasse und sehr spannend. Deshalb kann ich es auf jeden Fall weiterempfehlen.

Laura (14)

Arno Strobel: AbgründigLoewe Verlag, 2014, 240 Seiten, ab 14, 9,95 Euro