[Jugendrezension] Caesars Leibwächter

römerSelbst die beste Technik hat ihre Fehler. Ein Beispiel dafür gibt das Buch Albert Zweisteins Zeitkanone – Bei den Römern von Heiko Wolz.

Albert hat eine Lichtgeschwindigkeitskapsel gebaut, für die er in Physik eine Eins mit Stern bekommen hat. Doch schon beim ersten Flug geht etwas schief. Eigentlich will Albert nur zum Baumarkt und einen Silizium-Halbleiter kaufen, doch dann landet er im Jahr 49 v. Chr., besser gesagt: Er landet nicht, sondern stößt im Flug gegen ein Pferd.
Die zwei Personen aus dem Wagen, den das Pferd gezogen hat, sind zwar erst wütend, aber als Albert dann klar wird, dass es sich um Römer handelt, und nachdem er sich mit ihnen anzufreunden versucht, sind auch sie gleich netter zu ihm.

Da sie kein Pferd mehr haben, bitten sie Albert, ihren Auftrag zu übernehmen:  Er soll eine Botschaft zu Caesar nach Ravenna bringen. Bis dorthin sei es nicht mehr so weit. Albert sieht aber zu spät im Mini-Computer des Rat-Packs (auch eine seiner Erfindungen) seiner Ratte nach: Es ist doch sehr weit. Trotzdem kommt er nach Ravenna und wird schnell als Leibwächter Caesars eingespannt. Ihm gefällt das römische Leben sehr: die Thermen, in denen er mit Caesar war, das Essen und überhaupt alles. Er muss jetzt Caesar überallhin begleiten, doch Albert versucht, ihn mit raffinierten Tricks aufzuhalten, so zum Beispiel hält er ihn bei einer Eroberung einer Stadt auf: Man solle sie lieber tagsüber einnehmen, um einen besseren Überblick über die Soldaten zu haben.
Er tut das, weil die beiden Römer, die er am Anfang getroffen hat, ihm nämlich seine Kapsel hinterherschicken wollen. Aber das geht aber nur recht langsam. Ob es Albert gelingt, dass sie ihn einholt? Und ob er seiner Leibwächter-Rolle entkommt?

Das Buch eröffnet dem Leser eine andere Möglichkeit, Geschichte kennenzulernen, als in Geschichtsbüchern. Es ist sehr witzig aus Alberts Perspektive geschrieben. Man hat Einsichten in alles, was er denkt, und das macht die Geschichte sehr lebendig. Man kann sich gut vorstellen, dass diese Geschichte passiert sein könnte. Die Fakten und das Geschehen um Caesar werden ziemlich genau wiedergegeben, obwohl natürlich etwas dazuerfunden ist.

Das Buch würde ich ab etwa acht Jahren empfehlen. Ich denke, dass das Buch für eher Jüngere sehr unterhaltsam und lehrreich ist, Ältere es aber kindisch finden könnten.

lector03 (12 Jahre)

Zusatz von lector06 (9 Jahre):

Ich fand das Buch gut, weil es nicht langweilig ist, sondern spannend. Außerdem spricht Albert wie Schüler heutzutage. Ich habe mehr über Caesar und die römische Geschichte gelernt. Auch über das Leben der Römer, z.B. über ihre Villen, habe ich Neues erfahren.

Heiko Wolz: Albert Zweisteins Zeitkanone – Bei den RömernIllustration: Lisa Hänsch, Oetinger, 2015, 144 Seiten, ab 9, 12 Euro

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[Jugendrezension] Leben im alten Rom

altes romWie wurde Rom zur Weltmacht? Wie lebten Kinder im alten Rom? Was haben die Römer uns hinterlassen?
Das Buch Altes Rom aus der Reihe „Wieso? Weshalb? Warum? Profi-Wissen“ von Dela Kienle gibt Antwort auf diese und viele andere Fragen. Es wird z.B. erklärt, wie die Römer ihre Freizeit verbrachten, wie das Wasser aus großer Entfernung in die Stadt kam und was die Römer zu genialen Baumeistern machte.

Die spannend und interessant geschriebenen, relativ kurzen Texte werden von vielen farbigen Abbildungen, Zeichnungen und einem Foto, in das etwas hinein gezeichnet wurde, begleitet. Die Zeichnungen sind sehr detailliert, indem sie viele kleine Einzelheiten zeigen, wie z.B. Vögel, eine in einem Fenster stehende Amphore, wehende Vorhänge (sofern es die bei den Römern schon gab…). Auf jeder Doppelseite ist ein kleiner Legionär abgebildet, der etwas zum Thema sagt. Manchmal ist das, was er sagt, witzig, aber selbst wenn das nicht der Fall ist, ist er lustig gezeichnet. Er begleitet die Leser durch das ganze Buch.

Im Buch gibt es auch ausklappbare Doppelseiten: Dort steht eine große Zeichnung im Mittelpunkt, am Rand gibt es Zusatzinformationen oder anderes, das mit dem Thema zu tun hat: Interviews mit Experten, Anregungen zu kleinen Experimenten usw. Auf den Doppelseiten werden die Themen Militär, Freizeit und der Vesuv-Ausbruch und Pompejis Untergang behandelt.

Das Buch ist für jüngere Leser sehr gut, weil es anschaulich geschrieben und bebildert ist. Es liefert dem Leser das wichtigste Allgemeinwissen zum Thema „altes Rom“ und ein paar Extras zusätzlich. Es fehlen aber ein Literaturverzeichnis oder weitere Internetlinks, wo man nachschauen könnte, wenn man sich näher zu einem Thema informieren will – denn man findet kaum Spezialwissen in diesem Buch. Es ist anschaulich und allgemein interessant, aber insgesamt trotzdem ein Römerbuch wie viele andere.
Ich empfehle das Buch zum Selberlesen ab 8 Jahren, für Interessierte und zum Vorlesen/Bilderanschauen schon ab 6/7 Jahren.

Lector03 (11)

Dela Kienle: Altes Rom, Wieso? Weshalb? Warum? Profiwissen, Band 9, Illustration: Anne Bernhardi/Sibylla Spiegelhauer, Ravensburger Buchverlag, 2014, 56 Seiten, ab 8 Jahre, 14,99 Euro

 

 

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