Kick-off für Football-Fans

Football

Vor einiger Zeit lief im TV der Super Bowl, das NFL-Endspiel im American Football, das größte Einzelsport-Ereignis der Welt – wie ich beim Rumzappen so nebenbei lernte. Eigentlich habe ich es weder mit Fußball noch mit Football, aber letzteres breitet sich seit ein paar Jahren auch hierzulande immer weiter aus.

Nun gibt es die erste Football-Buchreihe für Fans ab acht Jahren und das finde ich erwähnenswert. Denn Autor Andreas Hüging schafft es, diesen schnellen und intensiven Sport in eine fesselnde Geschichte zu verpacken.
Dabei geht es um Jimmy King, der von einer Karriere im American Football träumt. Doch leider hat seine alleinerziehende Mutter ihm quasi ein Ultimatum gestellt: Entweder er besteht den Mathe-Test oder es ist aus mit dem Football, auch wenn Jimmy ein begnadeter Quarterback ist.

Mathe und andere Misslichkeiten

Jimmy tut also alles, um den Mathe-Test zu bestehen – und gerät so leider in eine Spirale aus Lügen, Erpressung und scheinbar aussichtslosen Situationen. Da hilft es auch nichts, dass er zufällig das Playbook, also den Strategieplan, der gegnerischen Mannschaft findet und seine Mannschaft, die Rebels, perfekt coachen kann.
Neben den persönlichen Problemen von Jimmy kämpft der Trainer der Rebels mit einer Hundeallergie, was hinderlich ist, wenn das Maskottchen ein Hund namens Stinker ist. Zudem hat der Neuzugang Artem einen teuren Helm geklaut. Doch den Ärger mit dem Privatdetektiv und dem Besitzer des Sportladens können die Rebels gemeinsam abwenden.

Einführung in die Football-Spielregeln

In diesen actionreichen Plot hat Hüging sehr geschickt die Begriffe und Regeln des American Football eingewebt. Alle, die sich in dieser Welt noch nicht auskennen, finden hier sowohl im Text, als auch in einem Glossar quasi eine Einführung in diese Sportart. So bekommt man ganz rasch und wie nebenbei die Erklärungen zu Begriffen wie Huddle, Interception oder Scrimmage, die mir im Alltag zwar noch nie untergekommen, aber für kleine und große Football-Fans unerlässlich sind.
Dieser Band, Touchdown für die Grasdorf Rebels, ist der Kick-off für eine ganze Serie. Zwei weitere Folgen sind bereits angekündigt. Und vielleicht hat dieses neue Genre zwei Wirkungen auf die Kids: Lesen und Bewegung. Denn die Geschichte ist spannend bis zum Schluss und der Inhalt macht Lust darauf, Bälle zu werfen und sich in einer Mannschaft auf dem Sportplatz zu treffen.

Andreas Hüging: Die Football-Freunde. Touchdwon für die Grasdorf Rebels, Illus Dominik Rupp, cbj, 2025, 144 Seiten, ab 8, 12 Euro

[Jugendrezension] Von normal zu chaotisch …

aliciaEin chaotischeres Leben als das von Alicia gibt es wahrscheinlich gar nicht. Das Buch Unverhofft nervt oft! von Ilona Einwohlt handelt von dem eigentlich ganz normalen Mädchen Alicia.
Mit ihren borstigen Haaren, der durchschnittlichen Figur und ihren „Normalo-Klamotten“ fällt sie überhaupt nicht auf. Auch in der Schule gehört sie zum Durchschnitt und schreibt zuverlässig Zweien, Dreien und Vieren. Außerdem schwänzt sie die Schule, im Gegensatz zu ihrer besten Freundin Bibi, überhaupt nie. Eigentlich also ein ziemlich normales Leben, bis die erste Fünf, die sie in Mathe schreibt, alles verändert …
Alicia versucht, ihrem Vater zu überreden, dass es ausreichend ist, sich von ihrem Nachbarn und Kumpel Daniel in Mathe helfen zu lassen und ein Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrer Mathelehrerin Frau Froboese nicht notwendig ist.

Doch genau dieses Gespräch mit ihrer Mathelehrerin führt Alicias Vater. Leider muss der Vater dabei feststellen, dass Frau Froboese unglaublich gut aussieht. Da ihr Vater seit langem ohne Frau, dafür aber mit dauernd wechselnden Freundinnen zusammen ist, kommt es, wie es kommen muss…

Eines Nachts trifft Alicia ihre nun mittlerweile „Ex-Mathelehrerin“ nackt im Badezimmer an. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, zieht diese dann kurzfristig bei ihnen ein. Mit allen ihren Kindern kommt sie angerückt und nervt Alicia gewaltig. Zu allem Übel verliebt sich auch noch ihr Kumpel Daniel in die „Obertussi“ und Tochter Lynn von Frau Froboese.
Alicia versucht, sich zurückzuziehen, doch ihr Vater ist glücklich und „macht auf“ Familie. Und dann hat Frau Froboese auch noch so eine vollkommen unterirdische Idee …

Ich finde das Buch einerseits lustig und andererseits auch zum Nachdenken, da die Handlung sehr „verstrickt“ ist. Das nicht immer nur unkomplizierte Familienleben steht im Mittelpunkt und der Leser hofft auf ein „Happy End“ für alle.
Ich empfehle das Buch insbesondere allen Mädchen, die Familiengeschichten mögen oder vielleicht auch ein turbulentes Leben führen. Bestimmt gibt es auch Jungs, denen die Geschichte gefallen würde.

Bücherwurm (12)

Ilona Einwohlt: Alicia – Unverhofft nervt oftIllustration: Martina Badstuber, Arena, 2014, 176 Seiten, ab 11, 9,99 Euro